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Highland-Highlights

Paddeln in Schottland: Ein kaledonisches Kaleidoskop

Das schottische Hochland, die Highlands, eignen sich für unterschiedlichste Kanutouren in einer naturbelassenen, grandiosen Landschaft. Roman Fuchs berichtet von einem Gipfelerlebnis in seinem Paddlerleben.

Wir stehen auf dem Hügel der Insel Inchcailloch mitten im See des Loch Lomond. Genau hier verläuft die Grenze, die die Lowlands im Süden von den Highlands im Norden trennt.

Aber der Reihe nach! Um die unzähligen sich bietenden Touren-Optionen mit See- und Wildwasserkajaks sowie Fahrrädern abdecken zu können, müssen wir mit dem Auto in den britischen Norden anreisen. Mit vier Booten und zwei Fahrrädern kann also die »Materialschlacht« beginnen. Damit wir den weiten Landweg abkürzen, nehmen wir in Amsterdam die Nachtfähre mit Kabine nach Newcastle in Nordengland.

Nach der entspannenden Minikreuzfahrt ist unser erstes Paddelrevier der im Südwesten gelegene Loch Lomond Nationalpark. Wegen seiner vielen Inseln gilt er als der schönste See Schottlands. Die Uferlandschaft ist eingerahmt von imposanten »Bens«, die ab 3.000 Fuß Höhe noch verwirrender als »Munros« bezeichnet werden. Kurzum, wir reden von der Bergwelt, die wegen des rauen Klimas schon in sehr niedriger Seehöhe baumlos ist, so dass man die in den Karten eingetragenen Höhenangaben in Fuß für die über dreimal so hohen Meter halten könnte!

Als Paddler haben wir durch dieses Phänomen das Gefühl, im nördlichen Skandinavien oder in hochalpinen Lagen unterwegs zu sein. Durch die unmittelbare Nähe zum Atlantik wechselt das Wetter von strahlendem Sonnenschein zu apokalyptischen schwarzen Wolken und Platzregen binnen Minuten. Dementsprechend haben wir unsere Funktionskleidung nach dem Zwiebelprinzip unter der Spritzdecke jederzeit zur Adaption griffbereit.

Ein Ansichtskarten-Panorama mutiert sehr schnell zu grauen schemenhaften Silhouetten, bis sich die Sicht komplett vernebelt. Wenn dann durch die Nebelsuppe wieder die Sonne bricht und mit etwas Glück, wie bei uns, über alles sich ein Regenbogen spannt, sind das magische Momente eines unvergesslichen Naturschauspiels. Zottelige Hochlandrinder, die unmöglich durch ihre tief ins Gesicht hängenden Stirnfransenmähne schauen können, stehen bei unserer Landung mit den Booten Spalier.

Nach der Kajaktour machen wir eine Radfahrt im Hinterland des Nationalparks und eine Besteigung des Aussichtsgipfels Conic Hill am Wanderweg »West Highland Way« an der Ostküste des idyllischen Sees.

Text/Bilder: Roman Fuchs

 


 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 02/2019.

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